Wie wird Zement hergestellt?

Hier können Sie die einzelnen Arbeitsschritte verfolgen.

Das Ablaufschema zeigt das Produktionsverfahren für Zement in Rüdersdorf.

Zementherstellung


1. ROHSTOFFGEWINNUNG


GEWINNUNG DES ROHMATERIALS
Die wichtigste Rohstoffkomponente zur Herstellung von Zement ist Kalkstein, den wir im eigenen Tagebau hauptsächlich durch Sprengen gewinnen. Bis zu 20 Prozent des Kalksteins bauen wir mit einem modernen Hydraulikbagger durch Reißen ab. Diese Möglichkeit nutzen wir im ortsnahen Bereich. 

TRANSPORT DES ROHMATERIALS
Große Radlader und Hydraulikbagger beladen Schwerlastkraftwagen, die das gewonnene Rohmaterial zur Brecheranlage transportieren. Die mit der Kalksteingewinnung verbundenen Eingriffe in die Natur begleiten wir durch intensive Rekultivierungsmaßnahmen.

KALKSTEINBRECHER
Die noch unterschiedlich großen Bruchstücke des Kalksteines bereiten wir in der stationären Brecheranlage zu Rohschotter mit einer Größe von maximal 110 Millimetern auf.

KALKSTEINMISCHBETT
Über Bandanlagen gelangt der gebrochene Kalkstein in das Mischbett, wo er gelagert (Bevorratung) und gleichzeitig homogenisiert (Vergleichsmäßigung) wird. Eine gleichbleibende Zusammensetzung des Kalksteingemischs ist mitentscheidend für die Güte und Gleichmäßigkeit des späteren Zements.
 

 

2. ROHMAHLUNG


KORREKTURSTOFFE
Neben dem Kalkstein benötigen wir weitere Rohstoffe, wie Silizium-, Eisen- und Aluminiumträger, als sogenannte Korrekturkomponenten für die Einstellung der Gesamtrohmaterialmischung. Dazu verwenden wir neben primären Rohstoffen wie Sanden, Bauxit und Erzen auch Sekundärrohstoffe, wie zum Beispiel Aschen. 

ROHMEHLHERSTELLUNG
Die Rohmaterialkomponenten werden in einer Mahltrocknungsanlage in einer Walzenschüsselmühle unter Ausnutzung der Restwärme der Ofenabgase zerkleinert und gleichzeitig gemeinsam getrocknet. Mithilfe moderner Laborsysteme können wir die Zusammensetzung des Rohmehls kontinuierlich analysieren und eventuell erforderliche Korrekturen in der Komponentendosierung veranlassen.

ROHMEHLHOMOGENISIERUNG
Das erzeugte Rohmehl wird in drei großen Rohmehlsilos bevorratet und gleichzeitig homogenisiert. Ständige automatisierte Qualitätskontrollen sichern auch hier eine hohe und vor allem gleichmäßige Produktqualität.

KALKSTEIN-, SAND- UND HÜTTENSANDMEHLPRODUKTION
Auf mehreren Kugelmühlen mahlen wir Kalkstein, Sand beziehungsweise Hüttensand (Hüttensand ist ein Nebenprodukt der Roheisenerzeugung) zu Mehlen. Das Sandmehl verwenden wir bei der Klinkerproduktion, das Kalkstein- beziehungsweise Hüttensandmehl bei der späteren Zementproduktion als Nebenbestandteil.



3. KLINKERERZEUGUNG


KLINKERPRODUKTION
Das homogenisierte Rohmehl wird im ersten Schritt im vorgeschalteten Schwebegas-Wärmetauscher, einem Zyklonvorwärmer mit integriertem Kalzinator, auf circa 900 °C erwärmt. Danach brennen wir es im eigentlichen Drehrohrofen in der Spitze bei 1.450 °C zu sogenanntem Klinker. Das Halbprodukt Klinker kühlen wir anschließend im Rostkühler rasch ab und transportieren es über Förderanlagen zu den Klinkerlagern.

BRENNSTOFFE
Neben Kohlenstaub sorgen auch entsprechend aufbereitete und qualitätsgesicherte Sekundärbrennstoffe für die Bereitstellung der erforderlichen Wärmeenergie. Ein Teil dieser Sekundärbrennstoffe wird dem Zementofen nicht direkt zugeführt, sondern gelangt zuerst in eine zirkulierende Wirbelschicht (ZWS), in der ein Gas erzeugt wird.
 

 

4. ZEMENTMAHLUNG


ZEMENTSORTEN
Um das Verarbeitungsverhalten des Zements zu regeln, nehmen wir die Mahlung des Klinkers immer unter Zugabe eines Sulfatträgers vor, in der Regel Gips und Anhydrit. In Abhängigkeit der zu produzierenden Zementsorten mischen wir zum einen weitere gemahlene Bestandteile wie Hüttensandmehl oder Kalksteinmehl bei, zum anderen stellen wir unterschiedliche Feinheiten des Fertigzements ein. 

ZEMENTMÜHLEN
Nach der Vorzerkleinerung in Gutbettwalzenmühlen, auch Rollenpressen genannt, führen wir die Nachfeinung in Kugelmühlen durch. Die unterschiedlichen Zementsorten halten wir in separaten Zementsilos zum Versand vor.

 

 

5. PACKEREI UND VERSAND


Wir versenden unseren Zement als in 25-kg-Säcke abgefüllte und palettierte „Sackware“, außerdem insbesondere als „lose Ware“. Diese lose Ware wird zu fast gleichgroßen Anteilen in Waggons für den umweltfreundlichen Bahntransport und in Silo-LKW geladen.